Schutz mit System – Bewegungsfugen sicher abdichten

Sie sind verhältnismäßig klein und bieten dennoch viel Angriffsfläche: Bewegungsfugen in Parkhäusern und Tiefgaragen. Die Fugen müssen vielfältigen Beanspruchungen standhalten und einen kraftschlüssigen Verbund mit der Flächenabdichtung und/oder der Flächenbeschichtung sicherstellen, damit durch sie keine Feuchtigkeit in die Betonkonstruktion eindringen kann. Für diese Anforderungen kommt in der Baupraxis eine Kombination von Detailabdichtung und Fugenprofil zum Einsatz. Geprüfte Systeme gewährleisten die Materialverträglichkeit dieser beiden Komponenten und bieten so eine hohe Planungssicherheit.

 

Mechanische Belastungen durch Kraftfahrzeuge, chemische Einflüsse durch Tausalze, starke Temperaturschwankungen und eine exponierte Lage: Parkdecks sind vielfältigen Beanspruchungen ausgesetzt. Um ihre großen Betonflächen zu schützen, bedarf es einer zuverlässigen Abdichtung. Im Bereich der Bewegungsfugen, die Bauwerksbewegungen, temperaturbedingte Ausdehnungen und Verschiebungen durch dynamische Verkehrslasten aufnehmen und abfangen, stellt dies eine wesentliche Herausforderung dar. Denn hier gilt es, nicht nur eine komplexe Geometrie in die Abdichtung einzubinden, sondern auch ein Fugenprofil, wie auch das DBV Merkblatt, Heft 20, festlegt:

 

„Die Ausbildung der befahrbaren Bewegungsfugen erfolgt i. d. R. mit nachträglicher Montage der Fugenprofile. [...] Dazu werden in der Betonkonstruktion Aussparungen angeordnet. [...] Der anschließende Verschluss von Aussparungen muss dicht erfolgen. Alle überfahrenen Fugenkonstruktionen müssen wasserundurchlässig ausgebildet werden. Die verwendeten Materialien sind für die Exposition durch Taumittel auszulegen.“

 

Auch die DIN 18532-1 „Abdichtung von befahrbaren Verkehrsflächen aus Beton“ betont, dass die Fugenkonstruktionen „mit der Abdichtungsschicht miteinander verbunden sein“ müssen (8.4.9.3.). Ist die Dichtigkeit nicht gewährleistet, gibt die Bewegungsfuge den Weg frei für eindringende Feuchtigkeit, die massive Schäden am Bauwerk hervorrufen kann. Sie wird dann vom Rückgrat der Betonkonstruktion zur Schwachstelle.

 

Damit das Rückgrat nicht zur Schwachstelle wird

In der täglichen Praxis kommen für die Abdichtung der Fuge sowie zur Ausbildung des Fugenprofils verschiedene Systeme zum Einsatz. Hinsichtlich ihres zuverlässigen Zusammenspiels müssen sich Planer und Bauherren auf die Erfahrung der Hersteller beider Komponenten verlassen. Geprüfte Systeme können hier zurate gezogen werden, um die Kompatibilität der Materialien sicherzustellen. Der Mindener Flüssigkunststoff-Experte Triflex hat sein Bewegungsfugen Abdichtungssystem weiterentwickelt und bietet nun eine Lösung, bestehend aus vliesarmiertem Polymethylmethacrylat-Harz (PMMA) in Kombination mit einem kohlefaserverstärktem Polymer-Fugenprofil an. „Triflex ProJoint+ ist geeignet für vertikale und horizontale Bewegungen. Das Fugenprofil aus Carbonfaser-Verbundwerkstoff kann durch Zuschnitt schnell und einfach an sämtliche Geometrien des Fugenaufbaus angepasst werden. Damit stellt das System eine sichere Lösung dar, auch bei großen Fugenbreiten bis 50 mm oder schwierigen Konstruktionen“, sagt Triflex-Produktmanager Niklas Boberg.

 

Die Flüssigabdichtung mit Polymerprofil weist zudem einen ähnlichen thermischen Ausdehnungskoeffizienten wie die Flächenabdichtung/- beschichtung auf, sodass eine gute Materialverträglichkeit gegeben ist. Weil das systemintegrierte Fugenprofil metallfrei ist, besteht kein Korrosionsrisiko und damit eine Beständigkeit gegen Frost und Tausalz. Triflex ProJoint+ ist mechanisch hoch belastbar. Es wurde auf acht Millionen Radüberrollungen getestet und hält Verkehr durch Pkw und Lkw mit 600 kN gemäß DIN 1072 stand. Das Material ist nach EN 13501-1 geprüft als „schwer entflammbar“.

 

Für Neubau und Sanierung

„Triflex ProJoint+ eignet sich über den Neubau hinaus vor allem für die schnelle, unkomplizierte und normgerechte Fugensanierung“, so Niklas Boberg. „Bedingt durch die niedrige Profilhöhe von nicht mehr als 23 mm muss nur geringfügig aufgestemmt werden. So bleibt die Bewehrung auch bei geringer Betonüberdeckung unbeschadet.“ Durch eine 10 cm breite Vertiefung im Profil kann mit dem Parkhaussystem regelkonform an die Fuge angeschlossen werden. „Im eingebauten Zustand ist nur noch die Gummilippe des Profils sichtbar, sodass auch hier wenig Angriffsfläche für Tausalze und Wasser besteht“, ergänzt Boberg. Diese Gummilippe agiert überdies als elastische Dehnungseinlage, die ein nahezu vibrationsfreies Überfahren der Fugen gewährleistet. Sowohl die Dehnungseinlage als auch das Fugenprofil können im Falle einer Beschädigung partiell ausgetauscht werden.

 

Systemgewährleistung bietet ein Plus an Sicherheit

Die Applikation des Triflex ProJoint+ Fugenprofils kann entweder eingebettet oder aufgesetzt erfolgen. Aufgrund des schnell reaktiven PMMA ist die Fuge bereits nach wenigen Stunden wieder befahrbar. „Der größte Vorteil dieser Produktneuheit, neben der unkomplizierten Anwendung ist sicherlich, dass der Kunde beim Kauf eine Systemgewährleistung sowohl auf die Abdichtung und Beschichtung als auch auf das Fugenprofil erhält“, schließt Produktmanager Niklas Boberg. Denn nur, wenn auch die Bewegungsfugen sicher in die Abdichtung eingebunden sind, kann diese den Beton zuverlässig schützen. Niklas Boberg betont: „Letztlich bietet nur eine geprüfte Materialverträglichkeit hohe Planungssicherheit und Verlässlichkeit. Dies verlängert die Sanierungsintervalle und sorgt für einen zufriedenen Parkhausbetreiber.“

 

Fotos © Triflex