Von der Buchhaltung zur Kostenrechnung

Damit unter dem Strich mehr übrig bleibt

Teil 3: Lohnkostenkalkulation

 

Wenn es um die Optimierung Ihres Unternehmens geht, ist es wichtig alle Kosten im Griff zu haben und zu wissen, was eine Leistungsstunde des einzelnen Mitarbeiters kostet. Deswegen befassen wir uns in dieser Ausgabe näher mit der Kalkulation der Stundensätze für das eingesetzte Personal.

 

Dabei sind im Wesentlichen die gesamten Brutto-Personal-Kosten eines Jahres, die durch den Einsatz Ihres Mitarbeiters entstehen, auf die zu verrechnenden Zeiteinheiten umzulegen. So wird also der Jahresbruttolohn mitsamt Lohnnebenkosten durch die Anzahl der tatsächlichen Leistungsstunden dividiert.

 

Ausbezahlt werden zumeist 14 Monatsgehälter (inkl. Urlaubs- und Weihnachtsgeld) – auch das 13te und 14te Gehalt muss verdient werden und in die Berechnung miteinbezogen werden. Die rund 30%igen Lohnnebenkosten werden ebenfalls hinzugerechnet. Die Leistungszeit bzw. die produktiven Stunden stellen dabei die Jahresstunden abzüglich Urlaub, Krankenstand und Feiertage dar. Um nun die Kosten pro Leistungszeiteinheit eines Mitarbeiters zu erfassen, müssen Sie dann die Jahres-Gesamtkosten eines Mitarbeiters auf die Leistungsstunden umlegen.

 

Dazu ein Beispiel mit einem Bruttomonatslohn von EUR 2.000,00. Hierzu rechnen wir zuerst die Gesamtkosten eines Mitarbeiters aus:

 

In einem nächsten Schritt ermitteln wir die produktive Zeit (Anwesenheitszeit) eines Mitarbeiters – also die Arbeitsstunden zu denen Sie Ihren Mitarbeiter tatsächlich einsetzen können – und dann die Kosten pro Arbeitsstunde.

 

Siart Lipkovich & Team Tipp – Wer sorgfältig kalkuliert, berücksichtigt auch die Auslastung der Mitarbeiter. Interne Zeiten für Einschulungen, administrative Tätigkeiten etc. reduzieren die Anzahl der verrechenbaren Leistungsstunden. Dazu folgendes Beispiel:

 

Vergleichen wir nun die Selbstkosten der Anwesenheitsstunde (EUR 21,16) mit der verrechenbaren Stunde (EUR 26,45) unseres Beispiels, ist der Unterschied klar erkennbar (Differenz EUR 5,29).

Die Personalkosten sind nach diesem Beispiel erst dann gedeckt, wenn Sie pro verrechenbarer Stunde EUR 26,45 ansetzen.

Wie dabei die fixen Kosten mit zu berücksichtigen sind, erfahren Sie im nächsten Artikel.

 

Wichtig ist es, die Berechnungen zu standardisieren und zu prüfen ob die berechneten Stundensätze auch tatsächlich vom Markt angenommen werden. Sollten Sie zu hochpreisig sein, müssen Sie an anderen Schrauben drehen – bspw. können Sie die Administration straffen oder mit Rationalisierungen der Abläufe in Ihrem Unternehmen Kosteneinsparungspotential finden.

 

Siart Lipkovich & Team Tipp – Verwenden Sie die Berechnung der Selbstkosten für Ihr Personal als Vorlage. Berücksichtigen Sie die Besonderheiten Ihres Betriebes und des Marktes. Wenn Sie sich nicht ganz sicher fühlen – kontaktieren Sie Ihren Steuerberater – denn das Ziel ist, dass unter dem Strich für Sie mehr übrig bleibt.

Tipps und Berechnungstools finden Sie auch auf unserer Homepage: www.slt.at

 

Die nächsten Artikel dieser Serie von Siart Lipkovich + Team widmen sich den Themen:

• Preisfindung

• Produktdeckungsbeitrag und

• Gewinnschwellenanalyse 

 

Stand: 20.05.19; Haftung ausgeschlossen

 

Die ersten beiden Teile der Artikelserie finden Sie hier: 

Prof. Mag. Rudolf Siart, Mag. René Lipkovich

Wirtschaftsprüfer und Steuerberater

 

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