Metallfassade im Blickwinkel der Nachhaltigkeit

DOMICO Innovationstag 24. Juni 2022

Mit dem neu entwickelten Fassadenprodukt Planum®INOX und Planum®Living Green stellt DOMICO zwei neue Fassadensysteme dem Markt vor. Planum®INOX ist eine neue Fassade mit einem extrem oberflächenharten und witterungsfeste Kombination aus verzinktem Stahl mit einer Edelstahl Oberfläche. Planum®Living Gree ist ein Erweiterungssystem für die Begrünung der seit Jahrzehnten in der Praxis bewährten PLANUM-Metallfassaden. DOMCIO stellte sich damit den aktuellen Themen des Marktes. Wie gewohnt, setzen die DOMICO Innovationen neue technische und qualitative Standards an der Fassade. Dazu erweitern die Produkte die gestalterischen Möglichkeiten. Nicht zuletzt stehen neben dem bautechnologischen Fortschritt auch soziale, stadträumliche sowie gesamtgesellschaftliche Aspekte im Hintergrund.

 

Zum DOMICO Innovationstag begrüßte Geschäftsführerin Mag.a Doris Hummer rund 100 interessierte Gäste und Fachexperten aus Architektur, Handwerk und Bauindustrie. Beim Vorstellen der fünf Referenten, Manfred Hadinger Prokurist von DOMICO, Dr.-Ing. Ralf Podleschny Geschäftsführer von IFBS - Internationaler Verband für den Metallleichtbau, Dipl.-Ing. Susanne Formanek Geschäftsführerin von GRÜNSTATTGRAU GmbH, Architekt Dipl.-Ing. Heinz Plöderl Sektionsvorsitzender der Kammer der ZiviltechnikerInnen/ ArchitektInnen und IngenieurInnen für OÖ und SBG und Dipl.-Ing. Georg Matzner Geschäftsführer vom Österreichischen Stahlbauverband, wies sie auf den weiten Bogen hin, den das Tagesthema „Grüne Architektur mit Metall“ beschreibt. Nachhaltigkeit sei das Thema der Stunde, wobei viele der betreffenden Grundlagen schon immer im Mittelpunkt aller DOMICO-Entwicklungen stehen. Seit Gründung des Unternehmens ordnen sich die Aspekte Metall-Leichtbau, sortenreine Systemaufbauten und Recycelbarkeit ökonomischen und ökologischen Erwartungen unter. Sie folgen dem fundamentalen Firmenleitsatz, das „Bauprodukt Fassade bzw. Dach“ vorgefertigt und damit ohne Abfall an der Baustelle zu errichten und nach Beendigung der Nutzung komplett in den Schmelzofen zurück zu bringen.

 

Noch einen entscheidenden Schritt weiter geht die in extrem kurzer Bauzeit zu errichtende DOMICO Element-Halle. Die Halle lässt sich mit geringem Voraufwand zeit- und kostensparend aufstellen, wo sie aktuell gebraucht wird. Ebenso schnell lässt sie sich verlustfrei abbauen, um sie an anderer Stelle erneut aufzustellen. Eine Live-Montage von zwei Elementen sollte den Innovationstag abschließen, um den Gästen die hohe bautechnische und ökonomische Qualität der praxiserprobten Multifunktionshalle zu demonstrieren. Hierfür zog bereits beim Entree ein mächtiger Autokran großes Interesse auf sich und hielt so in Sichtweite des Tagungsbereiches eine gewisse Spannung auch für das Auge aufrecht.

 

Das Bauen der Zukunft ist ökologisch orientiert

Das brennende Thema der Zeit ist ohne Zweifel der inzwischen deutlich, zuweilen sogar drastisch sich abzeichnende globale Klimawandel. Einem Damoklesschwert gleich, hat er sich längst weltweit an die Spitze aller Umweltgefährdungen gestellt. Wegen ihrer Komplexität sind die Klimaeffekte leider dennoch die am wenigsten kognitiv fassbare Bedrohung von globalen biologischen Existenzgrundlagen sowie von regionalen und urbanen Lebensräumen. 

Steigende Temperaturen führen auch in unserer gemäßigten Zone zu enormen Verschiebungen in der Jahreszeitenfolge, worauf Flora und Fauna immer weniger in der Lage sind, zu reagieren. Außerdem erwachsen aus klimatischen Anomalien immer wieder regionale und lokale Wetterereignisse, die mit ihren extremen Auswirkungen Mensch, Tier und das gesamte Lebensumfeld bedrohen.

 

Lässt sich das drohende Unheil durch Maßnahmen beim Bau und bei der Nutzung des gebauten Lebensraumes eingrenzen? Und, falls ja, wie sehen die Handlungen, Konzepte, Methoden und Instrumente aus und welche Auswirkungen haben sie auf unsere gewohnten Arbeits- und Lebensabläufe?

 

Die Auswahl der Referenten für den Innovationstag zeigt das weite Themenfeld, das für Erfolg versprechende Lösungswege zu beackern ist. Es reicht zunächst in der Baustoffauswahl von der Rohstoffgewinnung über Produktionstechnologien bis hin zu den spezifischen materialbezogenen Bauweisen. Parallel hierzu beginnt das Um- und Weiterdenken von nachhaltig orientierten wohnräumlichen Konzepten bereits beim zielbewussten und lösungsgebundenen Ausrichten und Vernetzen der Regional- und Bauleitplanungen, die überwiegend noch immer auf den kritischen Prämissen der Vergangenheit beruhen. Bereits auf dieser Planungsebene wird die Zukunftstauglichkeit eines Städtebaues definiert, bei dem eine spezifische Umfeld- und Objektplanung die Rückkehr in einen fundamental biologisch ausgerichteten Lebensraum bevorzugt, in dem sich vitales Grün als unverzichtbare Grundlage von Wohn- und Lebensqualität erweist.

 

Kohlendioxid im Brennpunkt aller Maßnahmen

Nach Ansicht der einschlägigen Wissenschaft steht das seit Jahrzehnten exponentiell die Erdatmosphäre anreichernde Treibhausgas CO2 eindeutig im Zentrum der bedrohlichen Entwicklungen. Ziel muss es daher sein, die CO2-Emissionen radikal einzubremsen und die Anreicherung nicht nur zu stoppen, sondern, wo und wie nur irgendwie möglich, zurück zu entwickeln. Was über mittlerweile Jahrzehnte theoretisches Wissen leider ohne praktische Konsequenzen war, muss nun angesichts der spürbaren negativen Auswirkungen in schnell wirkende Aktivität auf allen erdenklichen Ebenen umgesetzt werden. Für sämtliche relevanten Prozesse bedeutet dies: Reduktion durch drastische Minderung der CO2-Emissionen in allen Lebensbereichen und dies in einem ultimativ kurzen Zeitraum.

 

So fordert die neue Langfrist-Klimaschutzstrategie der EU eine Treibhausgasneutralität über alle Wirtschaftsbereiche bis spätestens 2050, um bis zu diesem Zeitpunkt alle Emissionen von Treibhausgasen (THG) auf EU-Territorium um mindestens 95 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Unmittelbar damit verbunden ist eine stärkere THG-Emissionsreduktion bis 2030, da lineare Minderungswege für das Erreichen des Zieles nicht ausreichen. Einen maßgeblichen Stellenwert haben dabei der Wechsel von fossilen zu erneuerbaren Energien in allen Bereichen, die Effizienzsteigerung von Industrieprozessen sowie Energieeinsparungsmaßnahmen im Immobilienbereich.

 

Diese ambitionierten Dekarbonatisierungsziele setzen wiederum auf allen nachgeordneten Entscheidungs- und Ausführungsebenen eine hohe Transparenz bezüglich der Nachvollziehbarkeit und – gegebenenfalls auch justitiablen – Steuerungswillen bei den verantwortlichen Gremien voraus. 

 

Praxisbezogene Parameter dieser EU-Langfriststrategie fanden sich in den Vorträge der Referenten wieder, was immer auch zu lebhaften Diskussionen mit und unter den Gästen führte. „Das für unsere Zukunft entscheidende Generalthema ist also bei den Planern und Ausführenden am Bau angekommen“, stellte Mag.a Doris Hummer am Ende der Referate fest. Es sollte daher gewiss möglich sein, die gehörten informellen Botschaften nach außen zu tragen, um den für die Zielerreichung notwendigen Kraftakt speziell für den gesamten Bau- und Immobilienbereich gemeinsam zu bewältigen.

 

Planum®INOX bietet optimierte Oberflächenqualitäten 

Im anschließenden Rundgang durch die Ausstellung stellte sich das DOMICO-Beraterteam den detaillierten Fragen zu den innovativen Produkten. Seit mehr als 35 Jahren ist die Planum-Fassade ein wesentliches Standbein des Unternehmens. Durch qualitative und optische Veränderungen ihrer Oberfläche hat sie immer wieder neue Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet und sich damit eine herausragende Position bei Planern und Bauherren geschaffen. Das dokumentieren nicht zuletzt die Ergebnisse des firmeneigenen Architektur- und Baupreises DOMIGIUS, der mit seinen Bewertungskriterien die bauplanerische, spezifisch fassadenoptische und handwerkliche Qualität gleichermaßen bewertet.

 

Bis dato gründen die bewitterten Außen-Oberflächen auf einer automatisierten Bandbeschichtung mit unterschiedlichen Decklacken im Zweischichtenaufbau. Die Neuvorstellung Planum®INOX hingegen ist eine Fassade mit einem extrem oberflächenharten und witterungsfeste Kombination aus verzinktem Stahl mit einer Edelstahl Oberfläche.

 

Die Härtung erfolgt mittels PVD-Technologie. Als Target bei der PVD-Beschichtung bildet Titan eine äußerst beständige Schutzschicht gegen alle Witterungseinflüsse – Farbechtheit auf Jahrzehnte hinaus inklusive. Titan ist extrem leicht, noch härter als Edelstahl, korrosionsbeständig auch gegen Chlorid-Lösungen und organische Säuren, dazu besitzt das Metall eine hervorragende Verschleißfestigkeit. Es punktet zudem unter Umweltaspekten, da es als eines der zehn häufigsten Elemente in der Erdkruste ohne negative Effekte zu gewinnen ist. Durch die Zuführung von Reaktivgasen im PVD-Prozess lassen sich an der PLANUM-Element-Außenoberfläche extreme Härtewerte bis 3.700 nach Vickers erreichen.

 

Bei der zusätzlich aufgebrachten Nano-Keramikbeschichtung wird auf molekularer Ebene das Material verändert. Verbesserte Oberflächen-Eigenschaften erhöhen erheblich den Schutz gegen aggressive Flüssigkeiten, mechanische Verletzungen, UV-Strahlung. Überdies verbessert sich die Feuerbeständigkeit. Insgesamt haben beide Prozesse das Ziel, die Vorteile von Einzelmaterialien zu kombinieren, deren Nachteile aber zu kompensieren. Am Ende stehen qualitativ bessere und neuartige Funktionseigenschaften mit erweitertem Gestaltungspotential – alles mit der gewohnten DOMICO-Sicherheit in Punkto Projektierungshilfe und Qualitätsgarantie. Aktuell werde die Farben Gold, Silber, Bronze und Schwarz mit unterschiedlichem Oberflächenfinisch (matt, gebürstet) angeboten.

 

Metall trifft Grün

Mit den modularen Planum®Living Green Profilen unterstützt DOMICO aktiv die Gebäudebegrünung. Vertikal und horizontal in die Fassade integrierbare Systemkomponenten sind in der PLANUM-Fassade sowie in Kassettenwänden verwendbar. Dabei garantieren die betreffenden Unterkonstruktionen eine statisch sichere Befestigung und Lastabtragung. Vor allem bildet diese Kombination auch ohne Begrünung eine in sich geschlossene wetterfeste Fassade. Damit ist gewährleistet, dass professionellen Grünplanern – die bereits in die Planung einbezogen werden – einerseits pflanzungsbedingt Zeit für eine verzögerte Ausführung bleibt. Dazu steht die Option offen, auch eine temporär sich ändernde Bepflanzung einzubringen. Über ein individuell geplantes Zuleitungsnetz mit Wasser und Dünger versorgt, sind die Module systemoffen für die meisten Formen der Pflanzbestückung. So können sowohl Marktprofis als auch regionale Anbieter die Begrünung durchführen, wodurch sich für Bauherren die Bandbreite der Begrünungspartner erweitert.

 

RE-USE als Nachhaltigkeitsprinzip

Dass der Baustoff Stahl in nahezu allen technologischen Bau- und Ausbauvarianten einen Spitzenplatz einnimmt, wenn es um das Thema Kreislaufwirtschaft geht, hatten bereits Referenten am Vormittag ausgeführt. Dabei steht neben dem zumeist unproblematischen technischen Rückbau vorrangig die optimale Recyclingfähigkeit des Materials im Vordergrund. Diesem Anspruch stellen sich sämtliche Metallfassaden von DOMICO, die sich nach jahrzehntelangem Gebrauch mit sehr geringem Aufwand wieder in den materiellen Urzustand Stahl zurückführen lassen. Die Weiterverwendung des Materials bleibt dabei offen.

 

Hingegen fügt sich die DOMICO Element-Halle zumindest über die nutzbare Zeitdauer in das weitaus nachhaltigere Kreislauf-Prinzip „Cradle to Cradle“, das sinngemäß „vom Ursprung zum Ursprung“ zurückführt. Nach individuellen Bedürfnissen modular konzipiert, kann die Halle in kürzester Zeit montiert werden – und das, nach ebenso schnellem Rückbau, mehrfach, an immer wieder anderer Stelle. Dieses ökonomisch und ökologisch erstrebenswerte RE-USE wurde in der Praxis bereits mehrfach mit großem Erfolg durchgeführt. Erst am Ende allen Gebrauchs steht dann das Metall-Recycling mit dem Bonus der materiellen Wiederverwertung.

 

Die moderierte Live-Montage von zwei Hallenelementen wurde von den Gästen mit großem Interesse verfolgt und bei jedem punktgenauen Einrasten und Fixieren auf die vorgefertigten Beton-Streifenfundamente mit Beifall bedacht. Bei einer freien Spannweite von 25 Metern, einer Elementbreite von 2 Metern und einer Unterspannung von 1,5 Metern war das Handling für den Kranführer sichtbar eine knifflige, durchweg aber mit Profi-Bravour gemeisterte Angelegenheit. Diese eindrucksvolle praktische Vorführung machte die Wirtschaftlichkeit gegenüber statischen Hallensystemen deutlich, war allenthalben zu hören. Was genau die Absicht zum Abschluss der Veranstaltung war.

 

Weitere Informationen: 

www.domico.at 

 

Fotos © DOMICO