Sicherheit unter Dach

Interview mit Carsten Nentwig, Geschäftsführer FAKRO Österreich

 

Können Sie anhand der Nachfrage und Verkaufszahlen feststellen, dass der Wunsch nach Sicherheit im Eigenheim wächst?

Wir stellen generell fest, dass der Wunsch nach Sicherheit im Eigenheim wächst. Fenster stellen bei Einbrüchen die größte Schwachstelle dar. Auch bei Dachflächenfenstern ist eine Einbruchgefahr gegeben. Seit Jahren ist in den Polizeistatistiken zu lesen, dass bei Einfamilienhäusern oftmals aufs Dach geklettert wird und besonders dann, wenn dem Haus eine Garageneinfahrt vorgelagert ist. Oft sind Dachflächenfenster nicht abgesichert und der Einbrecher hat leichtes Spiel. Da in fast jedem Neubau bereits eine Alarmanlage mitgeplant wird, ist es auch sinnvoll die Dachflächenfenster in dieses System miteinzubeziehen.

 

Warum hat sich Fakro entschieden, die elektrischen Dachflächenfenster mit einer weiteren Sicherheitskomponente, den sogenannten Reed-Kontakten, serienmäßig auszustatten?

Die Statistik zeigt, dass acht von zehn Einbrüchen über Fassaden- oder Dachflächenfenster erfolgen. Diese lassen sich jedoch mit einfachen Elementen günstig ausstatten. FAKRO möchte dem Trend nach erhöhter Sicherheit nachkommen und hat die elektrisch betriebenen Dachflächenfenster serienmäßig mit Magnetkontakten (sogenannten Reed-Kontakten) ausgestattet. Seit der Sommersaison 2019 bieten wir die Ausstattung der elektrischen DFF mit Reed-Kontakten ohne Aufpreis für unsere Kunden an. Da eine Nachrüstung dieser Komponente nur schwer möglich ist, wird die Montage der Kontakte gleich in den Produktionsprozess mit eingebunden. Bei den manuellen Fenstern sind die werksseitig vormontierten Sensoren optional ebenfalls verfügbar.

 

Ganz allgemein gefragt: Was sind Reed-Kontakte? Und wie lange gibt es diese schon am Markt? Handelt es sich hier um ein allgemein bekannte und geprüfte Sicherheitskomponente?

Reed-Kontakte sind nichts anderes als Magnetkontakte, die in Kombination mit Alarmanlagen einen optimalen Einbruchschutz bieten. Hierbei handelt es sich um passive Sensoren, welche keine eigene Stromversorgung benötigen, sondern durch äußerliche Veränderungen Signale weitergeben. Die Kontakte bestehen aus zwei Bauteilen: Zum einen aus zwei Schaltdrähten, zum anderen aus dem Magnet im anderen Gehäuse. Bei geschlossenem Flügel berühren sich die beiden Schaltdrähte aufgrund des Magnetfeldes des Permanentmagneten. Wird der Flügel geöffnet, ist das Magnetfeld zu gering und kann die Schaltdrähte nicht mehr auf Kontakt halten. Durch die beiden Anschlüsse des Reed-Kontakts erkennt die Alarmanlage den fehlenden Kurzschluss und wird daraufhin aktiviert. Es gibt kaum noch einen Neubau, der ohne Alarmanlage ausgestattet ist und daher bieten die eingebauten Reed-Kontakte eine sinnvolle Komponente für mehr Sicherheit im Eigenheim. 

 

Welche Sicherheitskomponenten am Dachflächenfenster sind aus Ihrer Sicht relevant für den Einbruchschutz?

Bei Fakro gibt es mit dem „TopSafe“-System eine zusätzliche Sicherheitsausführung für Dachflächenfenster, das aus mehreren Sicherheitskomponenten besteht. Alle unsere Fenster sind mittlerweile serienmäßig mit dem „TopSafe“-System ausgestattet. Dazu zählt, dass der Fensterrahmen durch eine integrierte Stahlleiste im unteren Bereich gezielt verstärkt wird. Die Beschläge wurden so konstruiert, dass sie nicht eingedrückt oder herausgerissen werden können. Zudem wurde die Konstruktion der Holzprofile und der Verriegelungselemente verstärkt und das gehärtete Sicherheitsglas ist fest mit dem Fensterflügel verklebt, was einen Scheibenausbau von außen in geschlossenem Zustand kaum möglich macht. Zusätzlich kann das Fenster von innen verschlossen werden. Gemeinsam mit den eingebauten Reed-Kontakten bietet es ein rundum solides Sicherheitspaket. 

 

Gibt es bei der Verarbeitung der DFF und der Anschlüsse wichtige Punkte, auf die der Verarbeiter achten sollte (verstärkte Verblechung, Dachkonstruktion etc.)?

Was können Verarbeiter/Handwerker zum Thema Einbruchschutz beitragen?

Generell gibt es keine speziellen Punkte, die beim Einbau extra beachtet werden müssen. Wichtig ist wie beim Einbau eines jeden Dachflächenfensters, dass sauber gearbeitet wird. Da besonders beim Fenster viele Komponenten zusammentreffen, empfehlen wir immer den Einbau von einem Profi durchführen zu lassen. Fensterkonstruktionen müssen bauphysikalisch richtig eingebaut werden, damit die Wärme- und Schalldämmung gewährleistet ist.

 

Bedeutet die Sicherheitskomponenten eine Mehrarbeit für Handwerker/Verarbeiter? Erschwert sich dadurch der Einbau bzw. benötigen Handwerker/Verarbeiter mehr Zeit?

Nein, für den Verarbeiter ändert sich nichts und er benötigt nicht mehr Zeit beim Einbau, allerdings muss der Elektriker bzw. Alarmanlagentechniker eingebunden werden. Die Verkabelung sollte erfolgen, bevor die Innenverkleidung mit Gipskarton hergestellt wird.

 

Welche Tipps können Dachhandwerker ihren Endkunden mitgeben, um einen Einbruch durch DFF zu verhindern?

Es ist zu empfehlen, dass bereits beim Kauf und bei der Auswahl des Dachflächenfensters auf Einbruchschutz hingewiesen und geachtet werden sollte. Die Klassifizierung nach DIN EN 1627 für neue Fenster und Türen ist seit 2011 europäisiert. Seitdem wurde die deutsche Bezeichnung Widerstandsklasse (WK) durch den Begriff Resistance Class (RC) ersetzt. Die Norm prüft die Widerstandsfähigkeit von verschiedenen Bauteilen in ihren Öffnungsarten in folgenden 7 Klassen.

 

In der Praxis bedeutet das, dass ein Produkt, wie z.B. ein Dachflächenfenster, der RC-Klasse 2 einem Einbrecher, der mit Schraubendreher, Zange und Keilen arbeitet, ungefähr drei Minuten lang Widerstand leistet. 

 

Mehr Informationen: 

https://www.fakro.at/warum-fakro/fenster-der-zukunft-voraus/einbruchschutz/

 

"Alle unsere Fenster sind serienmäßig mit dem „TopSafe“-System ausgestattet. Gemeinsam mit den eingebauten Reed-Kontakten bietet es ein rundum solides Sicherheitspaket."

Carsten Nentwig, Geschäftsführer von FAKRO Österreich

 

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