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Enke Impuls-Camp

Präzision, Materialbeherrschung und pure Faszination – das sind die Schnittmengen, die das Dachhandwerk mit historischem Rennsport verbinden. Im Juni 2026 fand vor der Kulisse der ADAC Nürburgring Classic das 5. Enke Impuls-Camp statt. Direkt am legendären Grand-Prix-Kurs erlebten über 130 Auszubildende aus dem Dachdecker- und Klempnerhandwerk sowie dem entsprechenden Fachhandel ein Wochenende voller Visionen, handwerklicher Praxis und wegweisender Karriereimpulse.

 

„Herzlichen Glückwunsch: Ihr seid im geilsten Job von allen unterwegs!“ Mit diesen Worten eröffnete Dirk Bollwerk, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH), die Vortragsreihe im Pressezentrum des Nürburgrings. Bollwerk informierte die Nachwuchskräfte über hervorragende Karrierechancen in der Branche – ob als Meister, Kolonnenführer oder Spezialist für Gründächer und Photovoltaik-Anlagen. Der oberste Dachdecker legte mit beeindruckenden Zahlen dar, wie wertvoll die Leistung das Dachhandwerks für Gesellschaft und Umwelt sei: Mit aktuell 8939 Auszubildenden (darunter 407 Dachdeckerinnen) und einem Branchenumsatz von 13,5 Milliarden Euro im Jahr 2025 präsentiere sich das

 

Dachdeckerhandwerk krisenfest und absolut KI-sicher.

Vom Rennkart aufs Dach: Mut zu ungeraden Wegen Leidenschaft und Durchhaltevermögen sind wichtig! Das verdeutlichte Dachdeckermeisterin Coletta Giltz in einem sehr persönlichen Beitrag. Die Handwerkstochter, die schon als Kind im Rennkart saß, nahm die Teilnehmer des Impuls-Camps mit auf eine ereignisreiche Reise. Die Dachdeckerin berichtete von ihrem beruflichen Werdegang der sie von der Hauptschule über die Stationen der Kinderpflegerin und Zierpflanzengärtnerin bis zur Meisterprüfung und in die Selbstständigkeit führte. Ihr Fazit: „Nicht jeder Umweg ist ein Fehler.“ Heute nutzt Giltz ihr botanisches Fachwissen zum Beispiel für die Pflege und Gestaltung moderner Gründächer. Die Auszubildenden rief sie dazu auf, Grenzen im Kopf einzureißen und sich ehrenamtlich in Organisationen für das Handwerk zu engagieren.

 

Starke Verbände & digitale Zukunft

Maximilian Schmitz ist Hauptgeschäftsführer des Dachdecker-Verbandes Nordrhein. Gemeinsam mit den Impuls-Campern beschritt der Interessenvertreter einen fiktiven Weg von der Aus- und Weiterbildung bis hin zur Selbstständigkeit. Dabei machte

Schmitz deutlich, dass auf der Karriereleiter durchaus Hindernisse auftreten können – Innungen und Landesverbände den Fachbetrieben jedoch verlässlich dabei helfen, diese zu überwinden. Ganz pragmatisch skizzierte Schmitz das Leistungsspektrum, mit dem die Berufsorganisation den Handwerkern effektiv den Rücken freihält: Ob Fachtechnik und Baurecht, Betriebswirtschaft oder Marketing – die Verbände schaffen genau die Entlastung, die Betriebsinhaber brauchen, um sich voll und ganz auf ihr Kerngeschäft auf dem Dach zu konzentrieren. Dachdeckermeister Felix Moll nahm die Teilnehmer mit auf eine rasante Reise in die digitale Zukunft. Anschaulich demonstrierte er den Wandel vom klassischen Zollstock hin zum digitalen Aufmaß per Drohne oder von analogen Notizen hin zu KI- gestützten Planungstools. Moll ist überzeugt davon, dass Roboter so schnell keine Dachstühle errichten werden. Vielmehr bleibt handwerkliches Talent das wichtigste Werkzeug überhaupt. Umso entscheidender ist es, digitale Hilfsmittel konsequent zu nutzen, um im härter werdenden Wettbewerb nicht abgehängt zu werden. Da der Branchennachwuchs digitale Prozesse ohnehin schneller lernt und moderner denkt, erweisen sich die Azubis hierbei als die entscheidenden Treiber des Wandels.

 

Action in der Praxis: Klettern, Biegen und Abdichten

Neben der Theorie stand die Praxis im Mittelpunkt des Impuls-Camps. Die Industriekletterer Marc Peschel und Falk Kirchner gaben spektakuläre Einblicke in Sanierungen an Türmen und Schornsteinen und unterwiesen die Jugendlichen direkt am Seil. Bei den Team-Wettbewerben lösten die Azubis außerdem theoretische sowie kalkulatorische Aufgaben. Aber auch das Bauen von Spenglerpfeifen aus Aluminium oder das fachgerechte Abdichten eines Flachdachmodells mit dem Flüssigkunststoff Enkolan standen auf dem Programm. Den emotionalen Höhepunkt markierte schließlich das fast schon legendäre Impuls-Camp-Seilziehen, bei dem die Teams als perfektes Sinnbild für den starken Zusammenhalt der Gewerke gemeinsam an einem Strang zogen.

 

„Das Dachhandwerk hat eine großartige Zukunft!“, resümierte Enke-Prokurist Max Kainzinger unter dem tosenden Applaus der begeisterten Teilnehmer. Sichtlich bewegt dankte er allen Experten, die ehrenamtlich an den Nürburgring gereist waren, um ihr Wissen weiterzugeben und das Feuer für das Gewerk zu entfachen. Für den Junior-Fabrikanten war das Wochenende auch ein persönliches Highlight: „Es macht mich unglaublich stolz, Teil dieser lebendigen und starken Branchenfamilie zu sein. Die Energie, die hier am Ring zu spüren war, zeigt einfach, wie viel Leidenschaft in unserem Nachwuchs steckt.“

 

Fotos © Enke-Werk