Corona-Hilfsmaßnahmen: Fixkostenzuschuss 800.000 (Phase II)

Der Fixkostenzuschuss 800.000 (auch bekannt als Fixkostenzuschuss Phase II) ist ein weiteres Instrument der Bundesregierung für den Erhalt der Zahlungsfähigkeit und zur Überbrückung von Liquiditätsschwierigkeiten von Unternehmen. Gegenstand der Förderung ist ein Zuschuss für die laufenden Fixkosten aus einer operativen inländischen Tätigkeit, wenn ein Umsatzausfall von zumindest 30 % vorliegt. Der Fixkostenzuschuss II ist Teil eines Zwei-Säulen-Modells. Das bedeutet, dass ein „Entweder-Oder-Prinzip“ vorliegt. Eine Betrachtung des Fixkostenzuschusses II muss immer im Zusammenhang mit einem möglichen Verlustersatz gemacht werden, um eine optimale Förderhöhe zu errechnen.

 

# Steckbrief

  • Sitz oder Betriebsstätte in Österreich
  • Wesentliche operative Tätigkeit in Österreich entscheidend
  • COVID-19-bedingter Umsatzausfall von zumindest 30 %
  • Linearer Zusammenhang des Umsatzausfalls mit der Förderhöhe. (D.h. 37 % Umsatzausfall führen zu 37 % Fixkostenzuschuss)
  • Obergrenze pro Unternehmen: 800.000 €. 
    • Ausnahme: Primärproduktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse: 100.000 €, sowie Unternehmen der Fischerei- und Aquakultursektors: 120.000 €
  • Schadensminimierungspflicht des Unternehmers. Das bedeutet, Unternehmen müssen zumutbare Maßnahmen setzen, um die Fixkosten zu reduzieren.
  • Option für einen pauschalen Fixkostenzuschuss für Unternehmen mit einem Umsatz bis zu 120.000 € im letztveranlagten Jahr
  • Kein Insolvenzverfahren. Ausnahme: Sanierungsverfahren
  • Kein Unternehmen in Schwierigkeiten
  • Betrachtungszeiträume:
    • Betrachtungszeitraum (1): 16. September 2020 bis 30. September 2020
    • Betrachtungszeitraum (2): Oktober 2020
    • Betrachtungszeitraum (3): November 2020
    • Betrachtungszeitraum (4): Dezember 2020
    • Betrachtungszeitraum (5): Jänner 2021
    • Betrachtungszeitraum (6): Februar 2021
    • Betrachtungszeitraum (7): März 2021
    • Betrachtungszeitraum (8): April 2021
    • Betrachtungszeitraum (9): Mai 2021
    • Betrachtungszeitraum (10): Juni 2021
  • Anträge können für bis zu maximal zehn Betrachtungszeiträume gestellt werden. Die Betrachtungszeiträume müssen so gewählt werden, dass entweder alle Betrachtungszeiträume zeitlich zusammenhängen oder es zwei Blöcke von jeweils zeitlich zusammenhängenden Betrachtungszeiträumen gibt. Zwischen den beiden Blöcken ist eine Lücke zulässig.
  • Bei Neugründungen - ohne Vergleichswirtschaftsjahr 2019 - können die Umsatzausfälle mittels Planungsrechnung berechnet werden.
  • Ausschluss für den Zeitraum in dem der Umsatzersatzes bezogen wurde (Bsp. November, Dezember)

 

# Fixkosten

  • Geschäftsraummiete und Pacht
  • Lineare Absetzung für Abnutzung und fiktive Abschreibungen für bewegliche Wirtschaftsgüter
  • Betriebliche Versicherungsprämien
  • Zinsaufwendungen
  • Leasingraten
  • Wertverlust verderblicher oder saisonaler Waren
  • Sonstige betriebliche Zahlungsverpflichtungen
  • Betriebliche Lizenzgebühren
  • Zahlung für Strom, Gas und Telekommunikation sowie Energie- und Heizungskosten
  • frustrierte Aufwendungen, das sind Aufwendungen zwischen 1.6.2019 und 16.3.2020 zur Vorbereitung von Umsätzen, die in einem der gewählten Betrachtungszeiträume realisiert werden hätten sollen
  • Personalaufwendungen, die für den Erhalt des Mindestbetriebes notwendig sind
  • Personalaufwendungen, die für die Bearbeitung von Stornierungen anfallen
  • Unternehmerlohn und Gesellschafter-Geschäftsführer-Gehalt bis maximal 2.666,67 €

 

# Good 2 know!

  • Der Fixkostenzuschuss II ist nicht rückzahlbar und steuerfrei, jedoch werden die abzugsfähigen Aufwendungen reduziert!
  • Die Auszahlung erfolgt in zwei Tranchen. Tranche 1 umfasst 80 % des errechneten Betrages und muss bis spätestens 30. Juni 2021 beantragt werden. Tranche 2 umfasst 20 % und kann ab 1. Juli 2021 bis 31. Dezember 2021 beantragt werden
  • Untergrenze der Förderung: 500 €
  • Es besteht die Verpflichtung auf den Erhalt von Arbeitsplätzen besonders Bedacht zu nehmen.
  • Es darf keine rechtskräftige Finanzstrafe von über 10.000 € in den letzten 5 Jahren verhängt worden sein
  • Keine Gewinnausschüttungen – außer rechtlich zwingende – vom 16. März 2020 bis 30. Juni 2021
  • Keine Bonuszahlungen an Vorstände oder Geschäftsführer von mehr als 50% ihrer Bonuszahlung für das Vorjahr

 

# Unterschiede zu Phase 1: # Kurz und bündig

  • Der FKZ 800.000 berechnet sich linear: bei 63% Umsatzausfall Erstattung von 63% der Fixkosten
  • Der Zuschuss wird schon ab 30% statt 40% Umsatzausfall gewährt
  • Die Auszahlung erfolgt in 2 Tranchen 
  • Auch Geschäftsführerbezüge eines Gesellschafter-Geschäftsführers (sofern nicht ASVG versichert) können bei Kapitalgesellschaften geltend gemacht werden
  • Zu den Fixkosten zählen nun auch die AfA, fiktive Abschreibungen für bewegliche Wirtschaftsgüter und frustrierte Aufwendungen, Leasingraten sowie Personalkosten für den Erhalt des Mindestbetriebes 
  • Möglichkeit der Pauschalierung für Betriebe unter 120.000 € Vorjahresumsatz

 

Zusammenfassend betrachtet bietet der Fixkostenzuschuss II eine gute Fördermöglichkeit für Betriebe um Ihre Fixkosten zu decken. Durch den direkten Zusammenhang der Förderhöhe mit dem Umsatzrückgang, sowie der Erweiterung des Fixkostenbegriffes kommt es zu einer exakteren und zielführenderen Unterstützungsleistung. Nichtsdestotrotz bleibt die Berechnung des Fixkostenzuschuss ein sehr komplexes Rechenwerk, sodass eine Beratung durch einen qualifizierten Steuerberater/Bilanzbuchhalter unvermeidbar ist.

 

Stand: Jänner 2021

 

Foto © Robert Illemann
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