KFZ-Sachbezug bei Gesellschafter-Geschäftsführern

Das Bundesministerium für Finanzen veröffentlichte jüngst eine Verordnung über die Bewertung von Sachbezügen in Zusammenhang mit Kraftfahrzeugen die eine GmbH wesentlich beteiligten Gesellschafter-Geschäftsführer zu Verfügung stellt.

 

Angekündigt wurde die Verordnung bereits vor eineinhalb Jahren, veröffentlicht wurden letztendlich zwei Paragraphen. Erstmalig anzuwenden ist sie bei der Veranlagung für das Kalenderjahr 2018 (§ 2). Betroffen sind grundsätzlich nur wesentlich beteiligte Gesellschafter einer GmbH, also jene Gesellschafter deren Anteil mehr als 25% beträgt. Geregelt wird in der Verordnung die private Nutzung des von der GmbH überlassenen Kraftfahrzeuges an eben diese Gesellschafter.

 

Laut § 1 stehen nun zwei verschiedene Bewertungsmöglichkeiten zu Verfügung:

Zur Bemessung der geldwerten Vorteile des Gesellschafter-Geschäftsführers ist sinngemäß die Sachbezugsverordnung anzuwenden (§ 1 Z 1). Dahingehend bestehen auch steuerliche Vorteile hinsichtlich zu Verfügung gestellter Elektrofahrzeuge mit einem CO2-Ausstoß von null Gramm.

Alternativ können die auf die private Nutzung entfallenden Kosten, die der GmbH erwachsen angesetzt werden (§1 Z 2). Vom Geschäftsführer ist dabei ein entsprechender Nachweis zur Ermittlung des Privatanteils (klassischerweise ein Fahrtenbuch) zu erbringen.

 

Die bei Geschäftsführervergütungen anfallenden Lohnnebenkosten werden von den gesamten Geldbezügen sowie geldwerten Vorteilen bzw. Sachbezügen berechnet. Nach bisheriger Erkenntnis wurden zur Berechnung der Bemessungsgrundlage die Kosten, die durch die Gesamtnutzung – also beruflich und privat -  des KFZ durch den Geschäftsführer entstehen, herangezogen. Die Verordnung führt nun dazu, dass lediglich der private Anteil, der durch die GmbH getragenen KFZ-Kosten und somit ein geringerer Sachbezugswert für die Bemessungsgrundlage, zur Berechnung von DB, DZ und Kommunalsteuer maßgeblich sind.

Dabei ist zu beachten, dass sich aufgrund des geringeren Sachbezuges auch die Bemessungsgrundlage für das Betriebsausgabenpauschale verringert.

 

Sollte das überlassene KFZ vorsteuerabzugsberechtigt sein liegt im Ausmaß der privaten Nutzung ein umsatzsteuerliche Eigenverbrauch vor, der bei Dienstnehmern mit dem Wert des Sachbezugs anzusetzen ist. Für wesentlich beteiligte Gesellschafter-Geschäftsführer ist diese Vorgehensweise analog anzuwenden.

Handelt es sich bei dem überlassenen KFZ um ein Elektrofahrzeug, liegt kein Eigenverbrauch vor, da in diesem Fall der Sachbezugswert bekannterweise null ist.

 

Fidas Graz Steuerberatung GmbH

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