Nachrüstung mal fünf

Die unterschiedlichen Dächer des Salzburger Mozarteums sind jetzt auch absturzsicher. 

 

„Das war schon eine spezielle Herausforderung“, sagt Bernd Berger von der Stefan Teufl – Spengler & Dachdecker GmbH, wenn er über das Mozarteum in Salzburg erzählt. Im Sommer hatte das Walser Unternehmen den Auftrag, die fünf Dächer der Hochschule absturzsicher zu machen. Die Voraussetzungen konnten unterschiedlicher kaum sein. Zum Teil musste man mit Spezialanfertigungen arbeiten.

 

Abwechslungsreiche Historie

Die Geschichte des Salzburger Mozarteums ist eine lange: Sowohl die Institution als auch das Gebäude haben einiges erlebt. Die „Öffentliche Musikschule Mozarteum“ wurde 1880 gegründet, 1914 wurde sie als Konservatorium mit Öffentlichkeitsrecht anerkannt. Nach mehreren Umbenennungen heißt die Hochschule seit nunmehr 20 Jahren „Universität Mozarteum Salzburg“. Das Ausbildungsprogramm ist vielfältig und reicht von zahlreichen Instrumentenausbildungen bis zu Fächern wie Musiktheorie, Schauspiel, Regie und Bühnengestaltung. Auch ein Lehramtsstudium kann abgeschlossen werden.

 

Ähnlich bunt ist die Historie des Hauses am Salzburger Mirabellplatz 1. Der ehemalige Palast wurde Anfang der 70er Jahre adaptiert und um einen Neubau erweitert. 1998 musste die Hochschule wegen bautechnischer Mängel geschlossen werden. Gleichzeitig stand eine Erweiterung an. Die Verbindung zwischen der historischen Bausubstanz des so genannten Primogeniturpalastes mit zeitgenössischer Baukultur war die große Herausforderung bei der neuerlichen Sanierung und Erweiterung des Mozarteums. Die auf mehrere Standorte verteilten Abteilungen sind Ende 2006 im neuen Gebäudekomplex zusammengeführt worden.

 

Dabei hat der Bauherr, die Bundesimmobiliengesellschaft, den Bestandsbau entkernen und die denkmalgeschützte Fassade sanieren lassen. Auf der Seite zum Mirabellplatz ergänzt ein steinerner Solitär das alte Gebäude und empfängt die Besucher mit einer großzügig gestalteten gläsernen Halle. Insgesamt stehen seit der Sanierung und Erweiterung verschiedene Veranstaltungssäle sowie 110 Unterrichts- und 20 Übungsräume zur Verfügung. 

 

Flach- und Steildächer

Vielfältig wie die Geschichte des Hauses war die Aufgabe für die Firma Teufl. Absturzsicherungen waren auf allen Dächern nicht vorhanden. Daher musste das 2000 gegründete Unternehmen die richtigen Lösungen für die unterschiedlichen Dachtypen finden. Der historische Teil verfügt über ein Steildach mit Blechscharendeckung in Kupfer. Zwei Flachdächer haben einen Warmdachaufbau mit Trapezschalenuntergrund, Mineralwolle und PVC-Abdichtung samt extensiver Begrünung. Ein weiterer Gebäudeteil hat ein flach geneigtes Steildach mit Gleitbügelprofilen. Und schließlich gibt es noch ein Glasdach in einer Sonderkonstruktion. 

 

„Bei der Montage von Absturzsicherungssystemen gibt es selten eine derartige Vielfalt bei einem Objekt“, sagt Projektleiter Bernd Berger. Vor allem das Glasdach war eine Herausforderung. Zur Befestigung der Seilsicherung für die künftigen Reinigungsarbeiten auf dem Glasüberbau mussten die Anschlagpunkte als Sonderanfertigungen produziert werden. Die begrünten Dächer wurden aufgeschnitten und in der Folge rund um die Anschlagpunkte neu isoliert und abgedichtet. 

 

Sicher arbeiten mit LUX-top®

Auf allen Dächern kam die bewährte Seilsicherung FSE 2003 von LUX-top® zum Einsatz. Eine Absturzsicherung auf Dächern ist gesetzlich vorgeschrieben: Für Wartungsarbeiten, Instandhaltung und sämtliche Begehungen von Dächern müssen die technischen Voraussetzungen für die Befestigung der persönlichen Schutzausrüstung gegen Absturz vorhanden sein. Das Seilsystem hat Walser Dachtechnik aus Hard in Vorarlberg geliefert. Walser Dachtechnik vertreibt in Österreich exklusiv die LUX-top®-Systeme von ST QUADRAT Fall Protection S.A. aus Luxemburg. Die Spezialisten konzipieren ihre Absturzsicherungen nach den Planungsgrundlagen, die von der Internationalen Gruppe D-A-CH-S erarbeitet wurden und in Österreich durch die ÖNORM B 3417 bzw. mit den Planungsgrundlagen der AUVA umgesetzt werden.

 

Zum Einsatz kamen insgesamt 59 Anschlagpunkte von LUX-top®, 12 davon als Sonderanfertigungen für das Glasdach, und 274 Meter Edelstahlseil. Besonders wichtig ist die Dokumentation der gesetzten Maßnahmen für die Absturzsicherung. Die Systeme sollen im Notfall Leben retten. Jeder Anschlagpunkt wird sowohl im Plan als auch in der Realität nummeriert. Nur zertifizierte Mitarbeiter dürfen die Montage prüfen und dokumentieren. Erst ganz am Schluss wird das Seil durch die Anschlagpunkte gezogen und ebenfalls gemäß der entsprechenden Vorgaben gespannt und überprüft.

 

 

Walser Dachtechnik

Ansprechpartner: Dietmar Scalet

Oberer Achdamm 50

6971 Hard

Tel.: 05574/861 99

E-Mail: d.scalet(at)walser-dachtechnik.com

www.walser-dachtechnik.com

 

Fotos: © Stefan Teufl – Spengler & Dachdecker GmbH