Alles unter einem (keramischen) Dach

Mitten im Ortskern der Marktgemeinde Großweikersdorf entstand ein zeitgenössisches Bürgerhaus, das auf mehr als reine Verwaltung setzt. Integriert sind ein Vereinshaus, ein Ärztezentrum sowie die Gemeindeverwaltung, ergänzt durch einladende Flächen im Innen- und Außenbereich zur freien Nutzung für die Anrainer. Auch optisch überzeugt die offene Bauweise – dank Tondachziegel von Wienerberger auf dem Dach und an der Fassade, die den Neubau zum modernen Blickfang machen. 

 

Die Großweikersdorfer standen unlängst vor einer Herausforderung: Das bestehende Gemeindeamt war bereits in die Jahre gekommen, stark sanierungsbedürftig, nicht barrierefrei zugänglich, zu klein geworden und nicht erweiterbar. Ein neues Gebäude musste her. Vier Architekturbüros wurden um Entwürfe gebeten. Gewünscht war ein Begegnungszentrum, das weit über die Funktion eines reinen Verwaltungsbaus hinausgeht, um die Bewohner zur aktiven Anteilnahme am Gemeindegeschehen und zur Nutzung anzuregen. Schnell war klar, dass ein Neubau am Ortsrand nicht in Frage kommt. Also entschied sich die Gemeinde das neue Gebäude mitten im Herzen des Ortskerns auf der Fläche einer einstigen Fleischerei zu errichten. Nach dem Motto „Alles unter einem Dach“ sollten hier ein Vereinshaus, eine Gemeinschaftspraxis und die Gemeindeverwaltung Platz finden. „Üblicherweise sind die Räumlichkeiten in solchen Einrichtungen sehr eng, mit vielen Trennwänden und Türen versehen und kaum einladend. Wir wollten Flächen entwickeln, die flexibel, vielfach nutzbar und offen sind“, berichtet der ausführende Architekt Christian Kircher von smartvoll Architekten, der die Gemeinde mit seinem Entwurf überzeugen konnte.

 

„Häuslein dreh dich“

Das neue Bürgerhaus gliedert sich funktional und baulich in drei Teile: Zum Hauptplatz orientiert und allen voran ist das Rathaus untergebracht. Im zweiten Baukörper gibt es ein Vereinshaus, das verschiedenen Traditionen und Aktivitäten Platz bietet. Im östlichen Teil des Gebäudes befindet sich das Ärztezentrum. Um das Gebäude möglichst einladend zu gestalten, wurde es um 90 Grad gedreht, die Seitengassen geöffnet und mittels vieler Freibereiche und offener Zonen für die Bevölkerung nutz- und begehbar gemacht. „Die Drehung und die damit verbundene Öffnung des Grundstückes samt der Orientierung des Haupteinganges auf den Hauptplatz drücken eine ultimative Willkommensgeste aus und regen den Besucher zum Erkunden an“, schildert Kircher. Büros, Besprechungszimmer und Teeküche sind im Erdgeschoss angeordnet, alle leicht auffindbar, barrierefrei zugänglich und mit Fenstertüren nach außen ausgestattet – auch das trägt zur offenen Gestaltung bei. 

 

Keramische Dach- und Fassadenelemente aus steirischer Manufakturarbeit 

Durchwegs authentische und natürliche Materialen zu nutzen, war allen Beteiligten ein grundlegendes Anliegen, mit dem Ziel, auch damit eine einladende Atmosphäre zu schaffen. So wurden auf einem Großteil des Daches und der Fassade als auffallender Blickfang auf rund 800 m2 Fläche Altstadttasche-Ziegel von Wienerberger angebracht, die dem Gebäude haptische und optische Qualität sowie Charakter verleihen. Die Fassadenelemente wurden mit viel Liebe zum Detail im steirischen Wienerberger Werk in Gleinstätten gefertigt. Für ein rustikales, zugleich modernes Erscheinungsbild wurden die Oberflächen der Ziegel speziell aufgeraut. Bei der Farbwahl entschied man sich bewusst für drei unterschiedliche Engobe Grautöne. Rund ein halbes Jahr wurde in Abstimmung mit dem Architekten experimentiert, bis die passende Farbgestaltung beschlossen wurde. Weitere 600 m2 Fläche des Daches und der Fassade wurden mit dem geradlinigen Tondachziegel Figaro Deluxe Engobe Basalt aus dem Wienerberger Sortiment eingedeckt.

 

Wienerberger Österreich Geschäftsführer Johann Marchner schildert: „Wir entwickeln laufend neue Dachziegelmodelle und Oberflächen in unseren heimischen Werken und freuen uns sehr, dass wir mit unserem umfangreichen Standardsortiment den Geschmack von trendbewussten Architekten und Bauherren so gut treffen. Aber es gibt aber auch ganz individuelle Projekte, die manchmal auch besonderer Produkte bedürfen. In Großweikersdorf durften wir beide Stärken ausspielen – einerseits mit dem schon vielfach erprobten Figaro Deluxe und andererseits mit der Handwerkskunst unserer Manufaktur-Spezialisten aus Gleinstätten.“

 

Die Anbringung aller Ziegel an der Fassade dauerte insgesamt vier Wochen, jene am Dach zwei Wochen. Fünf Mitarbeiter waren im Einsatz, berichtet Dachdeckermeister Stefan Seyfried: „Wir arbeiten bereits seit über 30 Jahren und nun schon in dritter Generation mit Wienerberger zusammen und sind bei jedem Projekt mit Leidenschaft dabei. Es ist immer herausfordernd, wenn wir mit mehreren Farbtönen arbeiten, so wie hier in Großweikersdorf. Schließlich muss das optische Erscheinungsbild bei der Fertigstellung passen. Unsere Dachdecker nehmen dafür wirklich jeden Ziegel einzeln in die Hand und suchen für ihn den passenden Platz – aber die Mühe lohnt sich, wie man am Gesamtbild des Gemeindezentrums unschwer erkennen kann!“

 

Gebäudehüllen aus Ziegel – Trend mit vielen Vorteilen

Ziegelprodukte für die Dach- und Fassadenbekleidung zu nutzen, ist nicht nur schick, sondern auch funktional: „Das Dach und die Fassade bilden in erster Linie die Schutzhülle eines Hauses. Diese hält unterschiedlichen Witterungseinflüssen Stand wie zum Beispiel Regen, Schnee und Wind. Darüber hinaus hält sie Feuchtigkeit von der Bausubstanz fern – wichtig, wenn es um den Werterhalt einer Immobilie geht. Auch die in Großweikersdorf eingesetzten Produkte erfüllen diese Anforderungen vollumfänglich und sind zudem unempfindlich gegen Schmutz, pflegeleicht und farbecht“, so Marchner. Ein weiteres Plus ist die Langlebigkeit des Materials. Normale Vollwärmeschutzfassaden müssen nach 40 Jahren erneuert werden. Die gewählte Eindeckung ist somit nicht nur formschön, sondern auch einfach zu erhalten: Wenn ein Ziegel erneuert werden muss, kann er einfach ausgetauscht werden. 

 

Fotos © Wienerberger/Andreas Hafenscher