Innovatives Abdichtungsverfahren

Kavernendach mit Spritztechnik zügig instandgesetzt

Im sächsischen Markersbach betreibt der Energiekonzern Vattenfall eines der beiden größten deutschen Pumpspeicherwerke. Die Maschinentechnik befindet sich in einer 100 Meter unter der Oberfläche liegenden Kaverne, deren Eingangsbereich vorgelagert ist. Ganzjährige Wetter- und Witterungseinflüsse hatten dazu geführt, dass das Dach der Zufahrt starke Feuchteschäden aufwies und die Nässe ins Innere der Konstruktion drang. Eine Instandsetzung war dringend erforderlich. Gemeinsam entschieden sich der Bauherr, die Vattenfall GmbH, und der beauftragte Dachdeckerbetrieb, die Dresdener Claus Dittrich GmbH, für eine Abdichtungslösung von Triflex. In Abstimmung mit dem Flüssigkunststoff-Hersteller erarbeiteten sie einen Sanierungsvorschlag, um die 220 m2 große Dachfläche schnell und mit einer langlebigen Lösung zu reparieren. Zum Einsatz kam Triflex SmartTec, eine innovative Abdichtungstechnologie auf Basis von 1-komponentigem Polyurethan, die sich unter anderem für feuchte Untergründe eignet. Um ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen, applizierten die Verarbeiter das Material im neuen Triflex Spritztechnik-Verfahren.

 

Die Ortschaft Markersbach liegt an der Großen Mittweida im sächsischen Erzgebirgskreis. Im Jahr 1981 ging dort das Pumpspeicherwerk mit zwei künstlich angelegten Wasserbecken, einem Ober- und einem Unterbecken, ans Netz. Mit einer Leistung von 1.046 Megawatt ist es das zweitgrößte deutschlandweit, in Europa zählt es zu den größten Wasserkraftanlagen dieser Art.

 

Durchfeuchtetes Dach

In der Kaverne, einem künstlich geschaffenen Hohlraum als Zufahrtsstollen zur Anlage, befinden sich die Maschinen des Kraftwerks. Der Erdtunnel ist 44 Meter hoch, sodass auch Betriebsfahrzeuge wie Lkw hineinfahren können. Somit ist die Kaverne ein wichtiger Knotenpunkt des Pumpspeicherwerks. Allerdings wies die Altabdichtung des Daches aufgrund der exponierten Lage starke Schäden und Verschleißmerkmale auf. Herabfallendes Geröll vom Berg Hundsmarter, auf dem sich das Oberbecken des Kraftwerkes befindet, hatte zu Verunreinigungen auf der Oberfläche geführt. Diese war zudem teilweise vermoost, und im Übergangsbereich von der Kaverne zum Berg wuchsen bereits Sträucher und kleine Bäume.

 

Um die Maschinen im Innern des Zufahrtsstollens zu schützen und den Erhalt der Konstruktion langfristig zu sichern, sollte das Dach zügig und mit einer dauerhaften Lösung instandgesetzt werden.

 

Spritztechnik statt Rollen-Applikation

Aufgrund der elliptischen Dachform war eine Abdichtung gefragt, die sich der besonderen Geometrie nahtlos anpasst und das gesamte Areal vollflächig einbindet. Da der Untergrund feucht war, musste eine Lösung gefunden werden, die darauf möglichst ohne aufwendige Vorbehandlung zuverlässig haftet. Zudem sollte die Verarbeitung während des laufenden Betriebs möglich sein. Mit seinen Eigenschaften erfüllt das Bauwerk Abdichtungssystem Triflex SmartTec genau diese Ansprüche. Deshalb einigten sich die Baubeteiligten gemeinsam mit dem Mindener Flüssigkunststoff- Hersteller auf das Produkt auf Polyurethanharz-Basis. „Die Firma Vattenfall hat einen Rahmenvertrag mit der Claus Dittrich GmbH, und die wiederum verwendet schon seit vielen Jahren Triflex Produkte.

 

So kam der Kontakt zustande“, sagt Dierk Hein, Triflex- Außendienstmitarbeiter, der das Objekt vor Ort betreut hat und vor Sanierungsbeginn an der Erstbegehung teilgenommen hat. Dabei wurde schnell klar: Eine traditionelle Applikation mit Rolle und Gebinde war aufgrund der baulichen Gegebenheiten nicht möglich. Auch hinsichtlich der Abdichtungslösung war die Expertise der Baubeteiligten gefragt. Dierk Hein: „Wir haben eine erhebliche Durchfeuchtung des Untergrundes festgestellt, daraufhin habe ich das System Triflex SmartTec empfohlen. Es hat zum einen den großen Vorteil, dass es auch auf feuchten Untergründen appliziert werden kann und zum anderen lässt es sich mittels Spritztechnik aufbringen.“ Das 1-komponentige, vliesarmierte System ist diffusionsoffen und ermöglicht ein nachträgliches Austrocknen der Fläche im Laufe der Zeit. Es härtet durch Kontakt mit Luftfeuchtigkeit und ist somit schnell funktionssicher. Da das Harz flüssig frisch in frisch verarbeitet wird, kann es problemlos mittels Spritztechnik aufgebracht werden. Das bringt dem Verarbeiter eine deutliche Zeitersparnis, wodurch sich auch für den Bauherrn die Kosten verringern.

 

Erst absichern, dann abdichten

Die Untergrundvorbereitung der Fläche erfolgte durch die örtliche Bergsicherung und den Verarbeiter. Zunächst wurden Sekuranten auf der Fläche angebracht, um ein sicheres Arbeiten zu ermöglichen. Dann erfolgte eine Reinigung des Areals mittels Wasserstrahlhochdruckreiniger. Größere Hohllagen entfernten die Dachdecker und reprofilierten sie. Nach der Untergrundvorbereitung musste in einem weiteren vorbereitenden Schritt die Sicherheitstechnik mit Dachleitern und Sicherheitsgeschirr installiert werden. Dann ging es an die eigentlichen Abdichtungsarbeiten im Spritztechnik-Verfahren. Dieses erklärt Dierk Hein wie folgt: „Hierbei wird das Material durch den Einsatz einer Airless-Pumpe mit hohem Druck von der Maschine angezogen und durch den Verarbeiter appliziert. An der Maschine kann eine Schlauchlänge von bis zu 60 Metern angeschlossen werden, welche den Einsatz der Sprayapplikation sowohl zu schwer zugänglichen Bereichen als auch bei Höhenunterschieden, positiv wie negativ, ermöglicht.“ In die erste Lage Triflex SmartTec betteten die Verarbeiter die Vliesarmierung ohne Lufteinschluss ein, drückten sie an und trugen die Decklage auf. In nur zwei Tagen waren die Sanierungsarbeiten abgeschlossen.

 

Zügiger Projekterfolg

Vor allem der Einsatz der innovativen Spritztechnik hat zu einem schnellen Projekterfolg geführt. Dierk Hein: „Das Applizieren mit der Rolle hätte einer wesentlich längeren Bauzeit bedurft, und der kalkulierte Materialeinsatz wäre deutlich überschritten worden.“

 

Fotos © Triflex