It’s teatime – Warmes für die kalte Jahreszeit

Das freut nicht nur die Briten.... „ÖsterreicherInnen trinken immer mehr Tee“. So die Schlagzeile kürzlich in einer Tageszeitung. Der Teekonsum ist in Zeiten von Corona und des Lockdowns in Österreich enorm angestiegen, was die Händler in der Nachfrage spüren. 

 

Draußen wird es früher finster, kalte Nebeltage bewegen einen nicht unbedingt vor die Türe zu gehen und zudem verbreitet Tee Gemütlichkeit und tut auch noch gut – vor allem in der kalten Jahreszeit ist das Heißgetränk daher sehr beliebt. Abhängig von der Zubereitung und den aufgebrühten Blättern, Blüten und sonstigen Pflanzenteilen kann Tee wach oder müde machen, den Durst löschen, die Verdauung fördern, Erkältungsbeschwerden und Schmerzen lindern, sowie bei Stress und Schlafstörungen auf natürliche Weise helfen. Ein wirklicher Alleskönner.

 

Zudem ist er ein kalorienfreies Getränk, wenn er nicht gerade mit Zucker, Honig oder Milch versehen wird. 

 

Die Empfehlungen der Ernährungsgesellschaften sind, dass täglich mind. 1,5 Liter an kalorienfreien Getränken zu sich genommen werden sollten, um den Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen. Geschmacklich stellen hier ungezuckerte Tees wie Kräuter-, oder Früchtetees neben Wasser und Mineralwasser eine gute Alternative dar. ACHTUNG: bei Schwarztee und Grünem Tee gelten aufgrund des enthaltenen Koffeins jedoch dieselben Empfehlungen wie bei Kaffee. Somit sollten nicht mehr als 3-4 Tassen pro Tag (1 Tasse = 125 ml) getrunken werden. 

 

Aber nicht nur als Durstlöscher kann Tee eingesetzt werden. Bei manchen Beschwerden kann er auch zusätzlich auf natürliche Weise Linderung bringen. Acht zu geben ist jedoch in besonderen Lebensphasen wie Schwangerschaft, während der Stillzeit oder im Kleinkindalter. Hier sollte die Deckung des Flüssigkeitsbedarfs nicht ausschließlich aus Kräutertees oder anderen Teemischungen bestehen. Besser ist es mit anderen Getränken abzuwechseln. Die Tees sollten nur Beschwerdebedingt eingesetzt werden (beispielsweise bei Blähungen, Bauchschmerzen, Halsschmerzen, Diarrhoe ...). Welche Tees dafür genau geeignet sind und in welcher Dosierung, sollte mit dem zuständigen Arzt bzw. Apotheke im Vorhinein besprochen werden. 

 

Arzneitee aus der Apotheke

Soll ein Tee Beschwerden lindern, kauft man ihn am besten in der Apotheke. Die dort erhältlichen Arzneiteemischungen enthalten immer die gleiche Menge an Wirkstoffen. Sie müssen die strengen Anforderungen des Arzneimittelgesetzes erfüllen und eine Heilwirkung nachweisen. 

 

Tee und seine Wirkungen

  • Folgenden Kräutertees wird eine appetitanregende Wirkung zugeschrieben: Kalmus, Schafgarbe, Tausendguldenkraut, Wermut und Löwenzahn
  • Tee bei Rachenerkrankungen bzw. Halsschmerzen: Salbeitee zum Gurgeln, aber auch Ingwer, Thymian oder Kamille helfen dabei, den Schleim im Hals zu lösen und die ätherischen Öle wirken antimikrobiell gegen Bakterien und Viren.
  • Tee bei Verdauungsproblemen (Diarrhoe): 2 Teebeutel Schwarztee mit 1 Liter kochendem Wasser überbrühen, 15 Min. ziehen lassen und mit 40 g Traubenzucker (ca. 3 EL Dextropur®) süßen, sowie 1 g Kochsalz (ca. ¼ TL) zufügen. Über den Tag verteilt trinken.
  • Oder auch Heidelbeertee kann Linderung bringen. Er liefert Gerbstoffe, die zusammenziehend auf die Schleimhaut im Darm wirken und so gegen Durchfall helfen können. 40 g (ca. 6 Esslöffel) getrocknete Heidelbeeren in Wasser einweichen, zerquetschen und mit 1 Liter Wasser zum Kochen bringen. Mit 40 g Traubenzucker (ca. 3 Esslöffel = Dextropur®) süßen, sowie 1 g Kochsalz (¼ TL) zufügen.
  • Tee bei Magenverstimmungen bzw. für die Verdauung: Anis-Fenchel-Kümmel Tee lindert Blähungen. Zudem wirken Tees mit Fenchel oder Kamille beruhigend auf den Magen-Darm-Trakt und entzündungshemmend.
  • Löwenzahntee regt durch seine Bitterstoffe die Gallensaft-Produktion an und fördert so die Fettverdauung. Zudem kann er auch harntreibend wirken.
  • Brennessel-Tee fördert die Durchblutung und wird bei Gelenksbeschwerden empfohlen. Da die enthaltenen Gerbstoffe und Fettsäuren, Entzündungen hemmt und Schmerzen lindert. Brennessel wirkt auch leicht harntreibend und wird daher gegen Grieß in den Harnwegen eingesetzt.
  • Kamillen-Tee wirkt entzündungshemmend, antibakteriell und krampflösend. Er hilft bei Entzündungen der Verdauungsorgane. Bei Entzündungen im Mund (beispielsweise bei Zahnfleischentzündungen) kann er auch lauwarm gegurgelt werden.
  • Eine beruhigende Wirkung bzw. machen schläfrig, haben Teesorten wie Lavendel, Baldrian oder Melisse. Diese Tees sollten nicht direkt vor dem Schlafen getrunken werden, sondern über den Abend verteilt. Denn es dauert, bis sie ihre Wirkung zeigen.

 

Möglicherweise kann Tee auch noch mehr: Es gibt vereinzelt Hinweise, dass z.B. der regelmäßige Konsum von grünem Tee das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen senken könnte. Forscher vermuten dahinter, dass die darin enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe, die sogenannten Polyphenole, zu denen auch Flavonoide gehören, dabei eine wichtige Rolle spielen könnten. Diese Inhaltsstoffe sind auch in farb-, und geschmacksintensiven Lebensmitteln, wie Äpfel, Trauben, Kirschen, Beerenobst, Zwiebel, Grünkohl, Melanzani .... enthalten. Und sollten somit in den Speiseplan öfters integriert werden. Den Grüntee als alternatives Getränk zu Kaffee und Schwarztee hin und wieder zu verwenden kann daher sicher nicht schaden. 

 

Ob das Heißgetränk nun aber wirklich diesen gesundheitsfördernden Effekt hat, ist derzeit wissenschaftlich noch NICHT eindeutig geklärt und wird noch weiter erforscht. Es lässt sich lediglich ein präventives Potenzial von den darin enthaltenen Flavonoiden anhand der derzeitigen Studienlage vermuten. Bis es eindeutige Studienergebnisse gibt gilt daher: abwarten und Tee trinken :-)

 

Kerstin Hopfer, BSc

Diätologin

Email: anfrage(at)kh-diaetologie.at

www.kh-diaetologie.at