Ausgewählte steuerliche Neuerungen ab 2020

Im Nationalrat wurden am 19.9.2019 mehrere steuerlich relevante Gesetze, die im Folgenden auszugsweise wiedergegeben werden:

 

Geringwertige Wirtschaftsgüter

Die Grenze der Anschaffungskosten für GWGs wird von € 400,- auf € 800,- ab 1.1.2020 erhöht (erstmals für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2019 beginnen). Soweit die Vorsteuer abge-zogen werden kann, gehört sie gem. §6Z11 EStG nicht zu den Anschaffungskosten. Bei Vorsteu-erabzugsberechtigung ist der Betrag von 800,- daher ein Nettobetrag, soweit die Vorsteuer nicht abgezogen werden kann (z.B. Kleinunternehmer), ein Bruttobetrag.

Wirtschaftsgüter, die aus Teilen bestehen, sind als Einheit aufzufassen, wenn sie nach ihrem wirtschaftlichen Zweck eine Einheit bilden, wie Besprechungstisch und darauf abgestimmte Bü-rostühle, PC mit Monitor und Tastatur, Baugerüst. Keine wirtschaftliche Einheit sind PC und Dru-cker oder Deckenleuchten, die in verschiedenen Räumen montiert sind.

 

Kleinunternehmergrenze

Die Kleinunternehmergrenze, unter der ein Unternehmer unecht von der Umsatzsteuer befreit ist, wird ab 1.1.2020 auf € 35.000,- angehoben. Die Umsatzgrenze ist ein Nettobetrag. Eine ein-malige Überschreitung um bis zu 15% innerhalb von fünf Jahren ist unbeachtlich. Beachten Sie dabei die Übergangsregelungen.

Beachten Sie, dass zahlreiche an sich schon USt-befreite Umsätze nicht zur Berechnung des Kleinunternehmerumsatzes herangezogen werden.

 

Konsignationslager

Ab 1.1.2020 ist das Verbringen einer Ware in ein Konsignationslager in einem anderen EU-Mitgliedsstaat unter bestimmten Voraussetzungen nicht steuerbar. Erst die Entnahme aus dem Lager stellt eine innergemeinschaftliche Lieferung dar (ZM-Meldung). Eine steuerliche Registrie-rung des Lieferanten im Mitgliedsstaat des Konsignationslagers ist dann nicht mehr notwendig

 

Innergemeinschaftliche Lieferung, zusätzliche Voraussetzung für die Steuerfreiheit

Die Rechtsprechung des EuGH lautet dahin gehend, dass die Steuerfreiheit einer innergemein-schaftlichen Lieferung nicht allein deswegen versagt werden darf, weil die UID-Nummer des Abnehmers nicht angegeben wurde. Materiellrechtliche Voraussetzungen für eine ig Lieferung vor StRefG 2020 sind

  • Ein Unternehmer liefert einen Gegenstand in das übrige Gemeinschaftsgebiet
  • Der Abnehmer ist Unternehmer, juristische Person bzw. Erwerber eines neuen Fahrzeugs und
  • Der Erwerb ist beim Abnehmer in einem anderen Mitgliedsstaat steuerbar

Eine Neuregelung sieht zusätzlich zu den oben genannten bisherigen Voraussetzungen weitere materiellrechtliche Voraussetzungen für die Steuerfreiheit vor, und zwar dass:

  • Dem liefernden Unternehmer die UID des Empfängers mitgeteilt wurde und
  • Der Unternehmer seiner Verpflichtung zur Abgabe einer zusammenfassenden Meldung nachgekommen ist bzw. sein Versäumnis zur Zufriedenheit der Behörden ordnungsge-mäß begründet.

 

Einheitliche Transportnachweise iR innergemeinschaftlicher Lieferungen

Ab 1.1.2020 sind die Transportnachweise in Art 45a MWSt-DVO EU-weit einheitlich geregelt. Wir bitten um Beachtung.

 

Dies ist nur ein kleiner unvollständiger Abriss wesentlicher Neuerungen, die mit 1.1.2020 in Kraft treten. Für Detailfragen wenden Sie sich bitte an uns oder Ihren Steuerberater.    

Elektronische Zustellung für Unternehmer wird Pflicht

 

Nicht vergessen: Unternehmer sind ab dem 1.1.2020 grundsätzlich zur Teilnahme an der neuen elektronischen Zustellung behördlicher Schriftstücke verpflichtet, außer das Unternehmen ver-fügt über keinen Internetanschluss oder unterschreitet die Umsatzgrenze zur Abgabe von Um-satzsteuervoranmeldungen. 

 

ACHTUNG: Viele Unternehmen wurden durch eine automatische Übernahme von Daten aus z. B. FinanzOnline im Teilnehmerverzeichnis angelegt und die Behörden können bereits ab 1.12.2019 an Teilnehmer im Teilnehmerverzeichnis elektronisch zustellen. Zur Abholung von elektroni-schen Zustellungen ist unter anderem eine Registrierung am Unternehmensserviceportal (USP - https://www.usp.gv.at) erforderlich, im Anzeigemodul „MeinPostkorb“ können Sie als Postbe-vollmächtigter unter anderem die e-mail Adresse für Verständigungen über neue Nachrichten eingegeben. Weitere Informationen finden Sie www.usp.gv.at und auf www.bmdw.gv.at/Services/ElektronischeZustellung.

 

Mag. Reinhold Koch

Koch und Partner Steuerberatungs GmbH

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