Wertvolle Unternehmer-Tipps zum Jahresausklang

Wer seine Chancen noch rechtzeitig vor dem 31.12.2019 nützen möchte, findet im Folgenden eine Auswahl mit praktischen Handlungsoptionen. 

 

Zuschuss zur Dienstnehmer-Entgeltfortzahlung 

Klein- und Mittelbetriebe (KMU), die regelmäßig weniger als 51 Dienstnehmer beschäftigen, erhalten von der AUVA einen Zuschuss zur Entgeltfortzahlung bei unfallbedingtem Krankenstand (wenn das Entgelt für mehr als drei Tage fortgezahlt werden musste) sowie bei sonstigen Kran-kenständen, wenn der Krankenstand länger als 10 Tage dauert, diesfalls allerdings erst ab dem 11. Tag des Krankenstandes. Der Zuschuss beträgt 50 % des tatsächlich fortgezahlten Entgelts für maximal 6 Wochen je Jahr. Die Anträge können innerhalb von drei Jahren nach Beginn der jeweiligen Entgeltfortzahlung gestellt werden – eine etwaige rasche Nachholung für die letzten drei Jahre ist empfehlenswert.

 

Halbjahresabschreibung nützen

Wenn die Anschaffung und Inbetriebnahme von abnutzbaren Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens noch in der zweiten Jahreshälfte 2019 erfolgt, kann eine steuerliche Halbjahresab-schreibung in Anspruch genommen werden. 

 

Geringwertige Wirtschaftsgüter

Die geltende Grenze für steuerlich sofort im Jahr der Anschaffung abschreibbare geringwertige Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens beträgt für 2019 noch € 400 und wird ab 2020 auf € 800 angehoben. Die neue Regelung ist erstmals für Wirtschaftsjahre anzuwenden, die nach dem 31.12.2019 beginnen. Diesbezüglich macht es Sinn, sorgfältig zu überlegen, wann welche Wirt-schaftsgüter angeschafft werden.

 

Investitionsbedingter Gewinnfreibetrag 

Einzelunternehmer, Personengesellschaften (z.B. OG, KG) mit natürlichen Personen als Gesell-schafter bzw. Mitunternehmerschaften mit betrieblichen Einkünften sollten noch vor dem Jahreswechsel scharf rechnen, um den investitionsbedingten steuerlichen Gewinnfreibetrag optimal zu nützen. Wenn betriebswirtschaftlich sinnvoll, dann sollten zeitgerecht bis zum 31.12.2019 zulässige, ungebrauchte abnutzbare körperliche Wirtschaftsgüter mit einer Nutzungsdauer von mindestens vier Jahren oder bestimmte Anleihen angeschafft werden. 

 

Gewinnausschüttungen aus Kapitalgesellschaften

Vor einer Gewinnausschüttung aus einer Kapitalgesellschaft (z.B. GmbH) sollte jedenfalls gut überlegt werden, ob das Geld nicht besser im Unternehmen zwecks Finanzierung des weiteren Geschäftsausbaus, künftiger Investitionen oder für Schuldentilgungen verbleiben sollte oder ob gesetzliche oder vertragliche (z.B. Kreditvertrag, Gesellschaftsvertrag) Ausschüttungsbeschränkungen bestehen, bevor Dividenden übereilt ausgeschüttet und davon immerhin 27,5 % KESt bezahlt werden. Es wäre nämlich nicht sehr vorteilhaft, ein oder zwei Jahre später aus Liquiditäts- oder Bonitätsgründen wieder eine Kapitaleinlage in die GmbH aus zuvor ausgeschüttetem und daher bereits versteuertem (Dividenden-KESt) Geld zu leisten. Eine zumindest mittelfristige grobe Finanzmittelbedarfsabschätzung oder Planungsrechnung ist empfehlenswert. Bei Dividen-den¬ausschüttung sind eine KESt-Anmeldung und KESt-Abfuhr an das Finanzamt innerhalb von sieben Tagen erforderlich.

 

Aufbewahrungspflicht für Aufzeichnungen 

Grundsätzlich gilt eine allgemeine steuerliche Aufbewahrungsfrist für Bücher, Aufzeichnungen, Rechnungen sowie Belege und Geschäftspapiere von 7 Jahren, diese endet daher für 2012 am 31.12.2019. Bevor Sie freudig ans Vernichtungswerk schreiten, bedenken Sie jedoch, dass es Umstände gibt, die eine längere Aufbewahrungspflicht erfordern (etwa Unterlagen iZm der Personalverrechnung, Unterlagen in einem anhängigen Verfahren zur Abgabenerhebung etc.).

 

Rechtsformwahl auf den Prüfstand stellen

In nahezu jedem Unternehmen ändern sich im Laufe der Zeit die Rahmenbedingungen. Was gestern noch die optimale Rechtsform für Ihr Unternehmen war, muss es heute mit veränderten Rahmenbedingungen nicht mehr sein. Daher ist es wichtig, eine einmal getroffene Rechtsformentscheidung aus steuerlichen, sozialversicherungs-, haftungs-, gesellschaftsrechtlichen und be-triebswirtschaftlichen Gründen regelmäßig kritisch zu hinterfragen und gegebenenfalls zu optimieren.

 

Mehr Steuertipps | Unternehmertipps vor dem Jahreswechsel finden Sie im LBG-Booklet „Handlungsbedarf vor dem 31.12.2019. Was kommt im Jahr 2020“:

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Handlungsbedarf noch bis zum 31.12.2019.
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Mag. Wolf-Dieter Straussberger

Steuerberater bei LBG in Wien, Zertifizierter Umgründungsberater

 

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